Das Salonorchester Detmold

Die Musik

Das Aufkommen der Salonmusik in den 20er Jahren wurde nicht von allen mit Beifall aufgenommen. So lesen wir im Jahre 1922 im angesehenen Riemann-Musiklexikon:

Salonmusik, nur für äußere Unterhaltung berechnete Musik, triviales Tongeklingel; ein Begriff, dessen Definition man nur mit Bedauern geben kann, da die S. die Verflachung des Geschmacks der Dilettanten und die Versumpfung der Mehrzahl der Kompositionen verrät.

Dieser radikalen Meinung hält das Salonorchester die Musiktitel entgegen. Es macht Spaß, die 'leichte' Musik zu spielen. Die einzelnen Instrumentalparts sind nicht einfach, benötigen Können und Übung. Doch die Melodien gehen ins Ohr, die Rhythmen in die Beine. Die Texte spiegeln den Zeitgeist wieder, eine damals revolutionäre Annäherung der Geschlechter. "Herr Lehmann hat die Lu gezwickt heut' morgen unter'm Wasser", "Ich küss' so gern' am Vormittag" oder "Eine kleine Liebelei ist die schönste Spielerei" werden etliche Moralisten auf die Barrikaden getrieben haben.